Schweizer Brauchtum und Volksfeste
Kanton Bern
Der «Spinnet» im Emmental
Von Ruedi
gesalzen +
gepfeffert


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In alten Zeiten pflegten die Bäuerinnen an langen Winterabenden zusammen zu kommen, um gemeinsam an Spinnrädern die Vorräte an Flachs und Hanf zu spinnen. Dabei wurde mit Speis und Trank nicht gegeizt; man wollte zeigen, «dass man es hatte».

Emmentaler Gastlichkeit war damals schon Ehrensache -«Puntenööri» (Point d 'honneur), wie man so sagte. Gleich am Anfang des Abends wurden Berge von «Chüechli» und Wein aufgetischt, und bald ging es fidel zu.

Später wurde dieser Brauch ins Wirtshaus verlegt. Auch heute noch treffen sich die Bäuerinnen in den schönen alten Gasthöfen, z. B. im ältesten «Löwen» der Schweiz in Heimiswil, allerdings bereits am Nachmittag.

Um den werkgewohnten Händen anstelle des Spinnrades eine Beschäftigung zu geben, bringen die Bauersfrauen anstelle des Spinnrades eine «Lismete» mit.

Wie früher gibt es zuerst einen Teller (heute aus Karton zum Mitnehmen!) mit Rosenchüechli, Schenkeli, Schlüferli, Strübli und Bretzeli, dazu Wein.

Es wird gesungen und getanzt, und später, wenn auch die Männer eintreffen, geniesst man noch ein richtiges «Möhli» mit Hamme oder feinen Milkenpastetli, Härdöpfelsalat und der traditionellen «Bärner Züpfe».

Die hier aufgezählten «Chüechli» sind zum Teil in anderen Kantonen, wo die Fasnacht während der Reformation nicht verboten wurde, als «Fasnachts-» oder «Chilbichüechli» bekannt.



  • Rosenchüechli
  • Strübli - Fasnachts oder Chilbigebäck
  • Schlüferli - Fasnachts oder Chilbigebäck
  • Schenkeli - Fasnachts oder Chilbigebäck


    Bild des Monats

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