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Schweizer Brauchtum und Volksfeste Kalender und einzelne Kantone und Regionen Index |
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Feste und Brauchtum Die Palette alten Brauchtums und traditioneller Volksfeste in der Schweiz ist reich und bunt. Die Wurzeln derartiger Bräuche sind unterschiedlich tief und verschiedener Art: viele lassen sich jahrhundertelang zurückverfolgen. Viele Bräuche und Feste haben ihren Ursprung in der Mythologie oder in frühchristlicher Zeit. Lange bevor moderne Medien Informationen und Unterhaltung in die abgelegenen Stuben gebracht haben, erfüllten regelmässig stattfindende Feste auch einen wichtigen gesellschaftlichen Zweck. Ganze Schweiz Basel Bern Freiburg Genf Graubünden Jura Luzern Neuenburg Waadt Wallis Zürich Schweiz - Volksfeste Die Basler Fasnacht gilt weit über Basel hinaus als das kostbarste Stück im Inventar schweizerischer Folklore. In der Woche nach Aschermittwoch, also zu einer Zeit, da andernorts der Karneval endgültig vorbei ist, bricht in Basel ein archaisch anmutendes Maskentreiben an, dessen Traditionen sich zum Teil bis ins frühe Mittelalter zurückverfolgen lassen. Der berühmte Morgenstreich allerdings, mit dem am Fasnachtsmontag früh um vier Uhr die drei tollen Tage eingeleitet werden, ist in seiner heutigen Form kaum älter als 150 Jahre. Der Morgenstreich in Basel Zum Morgenstreich strömen auf dem Marktplatz der Stadt Basel Gruppen von maskierten Trommlern, Pfeifern und Laternenträgern zusammen, die in den so genannten Fasnachts-Cliquen organisiert sind und sich auf diesen öffentlichen Auftritt oft jahrelang intensiv vorbereitet haben. In fast bedrohlich langsamem Gleichschritt marschieren sie mit dem Glockenschlag vier Uhr von ihren Cliquenlokalen durch die dunklen Gassen, die nur vom Licht der mitgeführten Laternen erhellt werden, in Richtung Marktplatz. Die Atmosphäre hat etwas Gespenstisches, das durchaus die Erinnerung an jene Zeiten wachruft, da man zur Fastnacht nicht so sehr Frohsinn als vielmehr Furcht und Schrecken zu verbreiten suchte - einerseits um die Winterdämonen zu vertreiben, andererseits um lange aufgestauten Aggressionen freien Lauf zu lassen. Während zum Morgenstreich die Teilnehmer Charivari tragen, individuelle Masken und Verkleidungen, treten die Cliquen bei ihren nachmittäglichen Umzügen in einheitlichen, für ihr jeweiliges Thema oder Sujet neu entworfenen und von Jahr zu Jahr wechselnden Kostümen auf. Der Darstellung dieses Sujets dienen die künstlerisch gestalteten und mit drastischen Sprüchen oder Versen bemalten Laternen, die von jeweils vier bis sechs Mann getragen werden müssen, ebenso wie die so genannten Zeedel-Verse, die beim Umzug ans Publikum verteilt werden. Zu den standardisierten Maskentypen der Basler Fasnacht gehören Harlekin und Pierrot ebenso wie der Blätzlibajass, der Glaun und der Waggis, der pausbäckig, mit riesiger Nase, blaukariertem Kittel und elsässischem Jargon die Karikatur jener Sundgauer Bauern darstellt, die einst ihre Erzeugnisse zum Verkauf in die Stadt brachten, eben nach Basel. Vogelnasige, schweinsköpfige, als Foetus, Skelett oder Marsmensch auftretende Masken, die einzeln oder in Gruppen das Bild der Basler Fasnacht ausserhalb der Cliquendisziplin beleben, scheinen dagegen eher auf jene halbdämonischen Gestalten zurückzuweisen, die am anderen Ufer des Rheins, im so genannten Kleinbasel, als Herolde der Fasnacht gefeiert werden. Hier halten die aus mittelalterlichen Korporationen hervorgegangenen Kleinbasler Ehrengesellschaften alljährlich am 13., 20. oder 27. Januar ihr Gryffemähli (Greifenmahl) ab, zu dessen Auftakt eines ihrer Ehrenzeichen, der Wilde Mann, unter Böllerschüssen auf einem Floss den Rhein herabschwimmt. Er wird am Kleinbasler Ufer von den Maskengestalten Vogel Greif und Leu empfangen. Gemeinsam ziehen die drei zunächst auf die Mittlere Rheinbrücke, die Gross- und Kleinbasel verbindet, später auch durch die Strassen des ehemals politisch selbstständigen Basler Vororts, wobei sie, die Kehrseite konsequent Grossbasel zugewandt, jeweils nach einem nur ihnen zugehörigen Trommlermarsch Ehrentänze für Kleinbasel aufführen. Vier Uelis begleiten sie und sammeln von den Zuschauern Geldspenden für bedürftige Mitbürger ein. Andere Feste und Bräuche Solche auf alte Zunftbräuche zurückgehenden Feste kennt man auch in anderen Städten der Schweiz, so zum Beispiel das Zürcher Knabenschiessen am zweiten Wochenende im September oder das Sechseläuten, das alljährlich im Frühling mit beeindruckenden Aufmärschen nicht nur ortsansässiger Traditionsgruppen begangen wird. Die Luzerner Fasnacht gehört ebenso in diesen Zusammenhang wie der Aarauer Maienzug, der Rutenzug in Brugg, die Escalade in Genf oder das Brunnensingen der zur Pestzeit 1541 gegründeten Sebastians-Bruderschaft in Rheinfelden. Vor allem in den ländlich geprägten Gebieten der Schweiz werden noch zahlreiche Feste des Jahreslaufs gefeiert, von den Lärm- und Heischebräuchen der Mittwinterzeit - zu denen der Umgang der Silvesterkläuse im Appenzeller Hinterland ebenso gehört wie das Klausjagen in Oberägeri am Vorabend des Nikolaustages oder die Räbenkilbi (Rübenkirmes) von Richterswil am Zürichsee -über das Maibärenfest von Bad Ragaz, wo ebenso wie in einigen Landgemeinden des Genfer Raumes in grünes Laub gehüllte Vegetationsdämonen auftreten, bis zu den grossen viel besuchten Herbstfesten, die mit Ernte und Almabtrieb verbunden sind. In Vevey am oberen Genfer See feiert man alle 25 Jahre ein grosses Winzerfest zu Ehren der erfolgreichsten Winzer in weitem Umkreis, und vor dem Alpabgang findet Ende September das traditionelle Chästeilet (Käseverteilung: Käseverkauf) statt. Von den Appenzeller bis zu den Walliser Alpen werden nicht nur Auf- und Abtrieb der Herden festlich begangen, sondern auch mittsommerliche Bergfeste mit Alphornblasen und Fahnenschwingen, mit Kuhkämpfen, bei denen die Leittiere der Herden erkoren werden, und Schwinget-Wettkämpfen, in denen die Senner selbst ihre Kräfte messen. Schützenfeste wie das Rütlischiessen am Mittwoch vor dem 11. November und Jahrmärkte wie der weithin berühmte Berner Zirbelimärit (Zwiebelmarkt) runden das bunte Bild traditionsreicher Schweizer Volksfeste ab. www.wissen.de Ostern Die Schweiz hat so viele Oster-Traditionen wie Kantone: Im Westen des Landes tragen «Les Pleureuses» (Klageweiber) am Karfreitag die Marterwerkzeuge Christi und das Schweisstuch der Heiligen Veronika durch die Strassen. Die Städte hallen von Gebeten und Gesängen wieder. Im Wallis dagegen wird in den Dörfern Brot, Käse und Wein verteilt. In Bern kommen Jung und Alt am Ostersonntag auf dem Kornhausplatz in der Altstadt zum «Eiertütschen» zusammen. In edlem Wettstreit werden die Ostereier aneinander geschlagen - das Standhafteste gewinnt. ![]() |
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