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Kulinarische Schweiz Kanton Glarus und seine Spezialitäten Glarner Schabziger |
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Ein uraltes Stück Glarner Käsegeschichte
Bereits im 8. Jahrhundert wird Ziger erstmals schriftlich erwähnt. Bis 1395 stand das Glarnerland im Besitz des Stiftes Säckingen, was die Glarner zu Abgaben ans Kloster verpflichtete. Auch der weisse Magerkäse gehörte dazu. Weil der Käse den Stiftsdamen zu fade war, würzten sie ihn mit dem stark riechenden Hornklee aus dem Klostergarten, den Kreuzfahrer aus dem Orient mitgebracht hatten. Der grüne Schabziger war geboren. Der erste Markenartikel der Schweiz Um 1400 bauten die Glarner ihr Zigerkraut im eigenen Unterland an. Viel Ziger kam bei den Einheimischen selbst auf den Tisch. Mit den Überschüssen der Zigerherstellung setzte ein schwungvoller Handel ein - auf dem Zürcher Markt und in weiten Teilen der Eidgenossenschaft. Seit 1463 muss Ziger nach Vorschrift der Glarner Regierung einen Herkunftsstempel tragen. Damit wurde Schabziger zum ersten Markenartikel der Schweiz! 1570 sicherten sich die Glarner das Monopol für die Zigerproduktion und regelten die Ausfuhr von Rohziger und Klee. «He! Wer chauft es Zigerstöggli?» Jahrhundertelang vertrieben ambulante Händlerinnen und Händler den Schabziger von Tür zu Tür oder trugen ihn zu Markte. Mit ihrem He! Wer chauft es Zigerstöggli?… und anderen launigen Zigersprüchen zogen noch um 1940 fast 300 Zigermannli und Zigerfraueli durch die Deutschschweiz und ins Welschland. Verschiedene Messen bieten noch heute Gelegenheit, ein breites Publikum mit Glarner Schabziger bekannt zu machen. In der Regel läuft der Vertrieb aber über Käse-Detaillisten und Grossverteiler. Ein gefragter Glarner in aller Welt Zigerexporte nach Frankreich und Italien fanden schon im 16. Jahrhundert statt. Besonders erfolgreich entwickelte sich der Absatz aber auf dem Wasserweg via Linth und Rhein nach Norden. Um 1750 sollen jährlich etwa 10 Zigerschiffe in Richtung Niederlande und Norddeutschland gefahren sein. Ostwärts erreichten die Exporte Polen, das Baltikum und Russland. Von Holland aus, wo er noch heute besonders viele Anhänger hat, gelangte der grüne Glarner nach England und über den Ozean in den Fernen Osten. Sap Sago in USA Unter dem Namen Sap Sago kann man Schabziger seit dem 19. Jahrhundert auch in Amerika kaufen. Vielleicht hat er Glarner Emigranten, die 1845 New Glaris gründeten, begleitet. Rund 50 Länder importieren heute 200 Tonnen Schabziger als Käse oder in Gewürzform. Schabziger für Japan Schabziger soll künftig auch für die Japaner erhältlich sein. Die Japaner sollen künftig auch in den Genuss von Schabziger kommen. Die Firma Geska AG in Glarus, weltweit die einzige Herstellerin des traditionellen Kräuterkäses, will ihren Exportanteil innert fünf Jahren von heute 42 auf 60 % erhöhen. Heute setzt die Glarner Firma ihr Produkt vor allem in der Schweiz, in Deutschland, Holland und in den USA ab. Mit einem internationalen Vertriebspartner will sie nun auch in Japan einsteigen, berichtet die Nachrichtenagentur sda. Die Geska AG stand noch vor gut einem Jahr in Existenznöten und wurde unter dem neuen Hauptaktionär Johannes M. Trümpy nachhaltig saniert. Die Firma mit gut einem Dutzend Arbeitsplätzen stellt pro Jahr aus der Milch von 900 Kühen gegen 400 t Rohziger her. Sie ist damit für rund 55 Bauernbetriebe im Kanton Glarus von existenzieller Bedeutung. Neben der Marktausweitung setzt die Geska AG auch auf Neuerungen in der Produktepalette und in deren Erscheinungsbild. Unter dem Markennahmen Schabziger wird künftig auch die Ziger-Butter lanciert. Ab Herbst 2004 gibt es den harten Kräuterkäse im Streuer. Zudem werden Fertigprodukte wie Paste oder Frischkäse entwickelt. Der Glarner Schabziger ist übrigens das älteste Markenprodukt der Schweiz. Bereits 1772 erliess die damalige Glarner Regierung Vorschriften hinsichtlich seiner Produktion, basierend auf einem Gesetz, das die Landsgemeinde 1763 gutgeheissen hatte. food August 2004
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