Kochen ist ein Kulturgut
Nahrungsmittel, Fleisch, Fisch, Früchte, Gemüse
Kartoffelsalat - Info
Von Ruedi
gesalzen +
gepfeffert


Home
Rezepte
Schweiz
Brauchtum
Basel aktuell
Basel Info

Google
Bern Info
Kochen
Europa
Italien
Marokko
Kartoffelsalat ist ein echter Klassiker und das Gericht für viele Gelegenheit. So findet man den Kartoffelsalat an jedem Volksfest und jeder Hundsverlochete als passender Begleiter verschiedenster Sorten von Würsten, Fleischkäse und Buurehamme. Man geniesst ihn im Gedränge hin und her geschubst auf einem kleinen Karton- oder Plasticteller mit dem Fleischstück und probiert das mit einer Plastic Gabel zu zerkleinern, ohne dass das Ganze auf der Strasse landet. Den Sommer durch bekommt man fast in jedem Restaurant (die Deutschen sind in dieser Hinsicht führend) aber wir Schweizer sind auch nicht viel besser, irgend etwas und alles mit schön gekühltem und mit gekaufter Mayonnaise verkleisterte Kartoffelpampe als Kartoffelsalat. Dasselbe wird auch von den Feinkostläden sowie von allen Grossverteilern angeboten. Viele Hausfrauen kaufen genügend von dem Zeugs, damit der Ehemann wenn er Nachts erwacht und sich hinter den Kühlschrank macht, sich mit diesem schrecklichen Frass die Michelin-Ringe zu erhalten und pflegen kann. Um einen guten Kartoffelsalat herzustellen gibt es dabei folgende Regeln zu beachten:

Die Kartoffelsorte sollte fest kochend und wenig Stärke enthaltend sein. Z.B. Ratte, zwar nicht überall erhältlich, aber mit Abstand die Beste. Es eignen sich auch Nicola, oder Charlotte. Kleine Knollen sind zu Bevorzugen und alle Kartoffeln sollten in jedem Fall ungefähr die gleich Grösse haben, wegen der Garungszeit. Denn aus halb gegarten oder verkochten Kartoffeln ist der Kartoffelsalat ein Greuel. Die ungeschälten Kartoffeln waschen, in der Schalle in siedendem Salzwasser kochen. Abschütten. Nicht wieder wie viel beschrieben, in die Pfanne zurückgeben und auf der noch heissen Herdplatte ausdämpfen lassen! Das ist recht für Bintje welche man für Kartoffelstock oder Knödel usw. verwendet. Ausgedämpfte Kartoffeln brauchen dafür nachher, umsomehr Flüssigkeit. Die Kartoffeln werden einfach noch warm geschält in eine grosse weite Salatschüssel in Scheiben geschnitten.

Es brauchen aber nicht unbedingt immer Scheiben sein. Die Kartoffeln können auch in kleine Würfel geschnitten werden. Neue kleine Kartoffeln ungeschält halbieren oder in Schnitze schneiden ist eine andere Variante. Nach Belieben mit ein paar EL Fett freier, kräftiger Fleisch - oder Gemüsebouillon beträufeln. Denn geschnittene, warme Kartoffeln sind trinkfreudig und saugen sehr viel Flüssigkeit auf. Haben die Kartoffeln die Flüssigkeit aufgesogen, die separat zubereitet Sauce darübergeben. Kurz vor dem Servieren, was nicht lange hinausgeschoben werden sollte, sorgfältig mischen und sollte der Kartoffelsalat noch zu wenig Flüssigkeit haben, kann dem mit etwas warmer Bouillon oder ein wenig angewärmtem Weisswein abgeholfen werden. Es gibt auch eine Zubereitungsart, indem die Kartoffeln geschält und in Scheiben geschnitten in Bouillon gekocht, abgeschüttet und mit der Salatsauce angemacht werden. Von mir ausgesehen , eine Schweinerei, solchen Köchen sollte man Berufsverbot geben oder diejenigen Hausfrauen in die Fabrik schicken.

Bei der Zubereitung der Salatsauce(das gilt für alle Salatsaucen) zuerst den Essig und darin das Salz auflösen. Dann die anderen Zutaten und zuletzt unter kräftigem Rühren das Öl einbinden. Der Kartoffelsalat muss unbedingt frisch, das heisst, bevor er den Kühlschrank von innen gesehen hat, serviert werden, am besten lauwarm. Auf einmal nicht zuviel zu grosse Menge anmachen, damit es keine Resten gibt. Besser ein frisches Baguette zusätzlich dazu servieren.

Wenn fein gehackte Zwiebel oder Schalotten verwendet werden, diese erst im letzten Moment hacken und untermischen. Denn gehackte Zwiebel fängt an der Luft sofort an zu Oxidieren, das hängt mit dem hohen Schwefelgehalt der Zwiebel zusammen. Dieser Kartoffelsalat würde sich in keinem Fall zum Aufbewahren, auch im Kühlschrank nicht, eignen. Noch besser, wenn schon Zwiebeln, dann die gehackten Zwiebeln zuerst 5 Minuten in der Bouillon für den Kartoffelsalat pochieren.

Wenn schon Mayonnaise verwendet werden muss: Gekaufte Mayonnaise in Tuben oder Gläser ist Salmonellen frei. Selbstgemachte nur mit frischen Eiern und feinstem Distel - oder Sonnenblumenöl zubereiten. Man kann natürlich auch eine Salatsauce mit Crème fraîche oder Schlagrahm zubereiten oder die Mayonnaise damit verfeinern und leichter machen. Kurz und bündig eine guter und bekömmlicher Kartoffelsalat ist kein Vorrats-Produkt, sondern ein à la carte Gericht.



  • Gemüse - Übersicht
  • Kulinarische Schweiz - Übersicht


    Bild des Monats

    Bild des Monats