Kulturstadt Basel
Weniger Entlastung, dafür viel früher
Meret Oppenheim-Strasse
Von Ruedi
gesalzen +
gepfeffert


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Das knapp über einen halben Kilometer lange neue Strassenstück im Gundeli zwischen Margarethen- und Solothurnerstrasse (parallel zur Güterstrasse und den Bahngleisen) gab schon viel zu reden. Nun soll diese Meret Oppenheim-Strasse aber nicht erst mit Baubeginn im 2003 realisiert werden, sie soll exakt anfangs dieses Jahres ihre Funktion aufnehmen. Das heisst, dass diese Strasse zeitgleich mit der bereist im Bau befindlichen Passerelle gebaut wird. Der Sinneswandel wird damit begründet, dass es wenig Sinn macht, die neue Passerelle zu haben, aber nicht die Strasse dazu. Die erneute Überarbeitung der Bau- und Strassenlinien im Bereich Bannhof Süd hat der Grosse Rat schon genehmigt (17. Januar 2001). Die dafür notwendigen rund 17,5 Millionen hat das Basler Kantonsparlament, mit der Genehmigung des damaligen EuroVille-Ratschlages, bereits im Jahre 1995 ausgesprochen.

Nur bedingt Entlastungsfunktion

Definitiv ist, dass die Meret Oppenheim-Strasse unter der neuen Passerelle geführt wird. Der einstige Niveau-Übergang für Fussgänger ist verschwunden. Klar ist auch, dass auf der neun Meter breiten Strasse beidseitig und durchgehend sich eine Velospur befindet, ebenso zwei Trottoire. Allerdings wird diese Strasse nicht die nötige Entlastung bringen können. Gegen die aus dem Quartier vehement postulierte Entlastungsfunktion spricht auch die Einbindung dieser Meret Oppenheim-Strasse in die Solothurnerstrasse: Eine solch enge Einfahrt ist nicht für eine Strasse mit gewisser Entlastungsfunktion konzipiert.

Parkhaus und Veloabstellplätze

Im Zuge der Neugestaltung des Bahnhof-Vorplatzes an der Güterstrasse baut die SBB rund 300 unterirdische Parkplätze. Diese kostenpflichtige Parkgarage wird östlich der Passerelle von der neuen Meret Oppenheim-Strasse her erschlossen. Unter der Passerelle entstehen im Trockenen 1000 Gratis-Veloabstellplätze (während auf respektive unter dem Centralbahnplatz eine Parkgebühr von einem Franken erhoben wird). Allenthalben werden solche Abstellplätze auch als Entsorgunsgort benutzt. Wir werden ja sehen. Die Taxis finden in der Meret Oppenheim-Strasse 18 Standplätze. Für Cars werden fünf Plätze erstellt und fürs schnelle Ausladen, dem sogenannten Kiss and Ride, stehen sechs Plätze zur Verfügung.

Weniger Schicksale und (unbeantwortete) Fragen

Der neuen Strasse wegen verlieren zahlreiche Gewerbetreibende ihr Domizil. Obwohl dieses Umstandes seit langem bewusst, bringt ein solches Definitivum für die Betroffenen neben Umtriebe auch existentielle Sorgen, mangels adäquaten Alternativen, mit sich. Aufgrund der überarbeiteten Strassenführung sind nun, nach offiziellen Angaben, weniger Betriebe als ursprünglich angenommen, davon betroffen.

Das neue Strassenstück im Quartier bringt aber auch einige Fragen mit sich. Peter Huber (Hochbau- und Planungsamt) erweist sich erneut als Meister der Diplomatie, wurde doch in etlichen Fragen auf andere zuständige Ämter (z.B. Polizeidepartement) verwiesen oder das Gundeli (einmal mehr) vertröstet. Gerade über die Rolle der Nauenstrasse (Stichwort: Linksabbieger), jetzt zur Bauzeit und dann nach Fertigstellung der Meret Oppenheim-Strasse, wurde in unterschiedlicher Möglichkeitsform gesprochen. Willy Born, seines Zeichens Verkehrsbeauftragter des Gundelis, formulierte in seinem Plädoyer die Befürchtungen der (unzumutbar) verstärkten Verkehrsbelastung des Quartiers. Ein weiteres Votum aus dem Kreise der Zuhörerschaft in die gleiche Richtung betraf die Anbindung der Meret Oppenheim-Strasse in die Margarethenstrasse. Die heute schon bestehenden Unzulänglichkeiten (Rückstau zur Stosszeit) werden noch verstärkt.

Aus Unterführung wird Passerelle

Mit diesen umfassenden Bauarbeiten zum neuen Bahnhof-Süd-Portal wird auch die BVB-Haltestelle umbenannt. So wird aus der Unterführung logischerweise die Haltestelle Passerelle. Und so ist alles einer stetigen Veränderung unterworfen. Interessanterweise befand sich in den dreissiger Jahren, vor dem Bau der damals heftig umstrittenen (!) Unterführung, in etwa an gleicher Stelle eine Passerelle, die im Zuge des Fortschrittes eben dieser (nun abgerissenen) Unterführung weichen musste.

Was sich heute alles um den Bahnhof (Centralbahnplatz, Passerelle, Bahnhof Süd) bewegt, gebaut und verändert wird und geplant ist, kann übrigens auch in einer Ausstellung im Stadtladen an der Unteren Rebgasse 31, im Kleinbasel (Dienstag bis Freitag 10 bis 18.30, Samstag 10 bis 16 Uhr) in aller Ruhe studiert werden. Nun gut, die Meret Oppenheim-Strasse kommt und wird im Jahre 2003 ihren Betrieb aufnehmen. Interessant ist die Frage, was wohl die verstorbene Meret Oppenheim (als Künstlerin kontrovers wie der nach ihr benannten Strassenbau umstritten) zu all dem Hin und her eigentlich sagen würde...

www.gundeldingen.ch


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