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Basel-Stadt - schweizerischer Halbkanton (seit 1833), 37,1 km2, 193'000 Einwohner; besteht aus der Stadt Basel, dem Vorort Riehen und dem Dorf Bettingen. Basel - drittgrösste Stadt der Schweiz, am Rhein; 169'000, als Agglomeration 404'000 Einwohner (meist deutschsprachig); wegen der guten Verkehrslage als Eingangspforte zur Oberrheinebene, Burgundischen Pforte, Schweiz und nach Süddeutschland seit jeher wichtiger mitteleuropäischer Handelsplatz (heute etwa die Hälfte der schweizerischen Ein- und Ausfuhr) und Kulturzentrum; Hauptumschlaggüter: Kohle, Erdöl, Getreide, Futtermittel; im inneren Rheinwinkel das industrielle Klein-Basel mit chemischer, pharmazeutischer, Seiden- und Metallindustrie; links des Rhein das höher gelegene Gross-Basel mit Münster (etwa 1185-1225) und vielen historischen Bauten (Reste der Stadtmauern, 14. Jahrhundert, u. a. Spalentor; St. Martinskirche, 13./14. Jahrhundert; Barfüsserkirche, nach 1250; Pfarrkirche St. Leonhard, 14./15. Jahrhundert; St. Peter, St. Alban u. a. Kirchen, Kartause in Kleinbasel; Rathaus, seit 1504; Bürgerhäuser aus Mittelalter, Renaissance und Barock); älteste Universität der Schweiz (1460), grösste Bibliothek des Landes, 1662 errichtete Öffentliche Kunstsammlung, Naturhistorisches Museum und Museum der Kulturen, Zoologischer Garten; Buchdruck und Buchhandel; Zentrum des internationalen Zahlungsverkehrs und der Banken und Versicherungen; Messen (seit 1471); berühmt ist die Basler Fasnacht. Basel: Kultur liegt in der Luft Basels mehr als 30 Museen und Sammlungen machen die Stadt zum bedeutendsten Kunst- und Kulturzentrum der Schweiz. Ausserdem findet seit 1970 hier alljährlich die ART statt, eine der renommiertesten Kunstmessen der Welt. Auch das Stadtbild wird von so manchem Kunstwerk geprägt. So steht am Theaterplatz südlich des Münsters seit 1977 der skurrile Fasnachtsbrunnen (6) mit beweglich montierten Metallelementen von Jean Tinguely (1925-1991). Unweit davon zeigt in der einstigen Barfüsserkirche das Historische Museum (7) (Mi-Mo 10-17 Uhr) vornehmlich sakrale Kunst des Mittelalters. Bemerkenswert ist die Sammlung von spätgotischen Wandteppichen. Im Chor befindet sich ein Graubündner Hochaltar, in der Sakristei ist ein Teil des Basler Münsterschatzes ausgestellt. Ein Kleinod der Sammlung ist der vom Strassburger Goldschmied Georg Gloner 1649 geschaffene Nautilus-Kelch. Im Untergeschoss zeigt sich mit dem Lällenkönig ein Original: Das um 1639 aus Kupfer gearbeitete gekrönte Haupt streckt dank einer integrierten Uhrenmechanik immer wieder die Zunge heraus. Östlich des Historischen Museums konzentriert sich im Kunstmuseum (8) (Di-So 10-17 Uhr) die umfangreichste Kunstsammlung der Schweiz. Schwerpunkte bilden die deutsche und Schweizer Malerei des 15. und 16. Jh., u. a. vertreten durch Lucas Cranach d. Ä., Matthias Grünewald und Hans Holbein d. J. Die Schweizer Malerei des 19. Jh. wird durch Werkgruppen von Ferdinand Hodler und dem Basler Arnold Böcklin (Toteninsel, 1880) repräsentiert. Zwei Brüder (1906) und Sitzender Harlekin (1923) von Pablo Picasso wurden angekauft, nachdem sich die Basler Bevölkerung in einer Volksbefragung 1967 dafür ausgesprochen hatte, für die beiden Gemälde 6 Mio. Schweizer Franken auszugeben. Herausragend ist die Sammlung französischer Impressionisten mit Meisterwerken von Paul Gauguin (etwa Ta matete, 1892, und Nafea Faa ipoino, 1892), Auguste Renoir, Claude Monet, Paul Cézanne und Edgar Degas. Dadaisten, Surrealisten, amerikanische Pop Art, dazu Skulpturen von Eduardo Chillida bis Auguste Rodin sowie ein umfangreiches Kupferstichkabinett runden die qualitätvolle Präsentation ab. Ein Museum zum Mitmachen ist etwas weiter flussaufwärts die Basler Papiermühle (9) (Di-So 14-17 Uhr) unweit der Anlegestelle der St. Alban-Fähre. Besucher dürfen sich selbst beim Schöpfen und Bedrucken von Papier betätigen. Zu den Exponaten gehören ägyptische Papyri, babylonische Rollsiegel und Blätter mit chinesischer Kalligraphie. Im Museumsladen wird eine Auswahl schöner Papiere angeboten. Auf der gegenüberliegenden Rheinseite nahe der Schwarzwaldbrücke ist dem Schweizer Objektkünstler Jean Tinguely das 1996 eröffnete Jean-Tinguely-Museum (10) (Mi-So 11-19 Uhr) gewidmet. Der Tessiner Stararchitekt Mario Botta entwarf den vom Chemiemulti Hoffmann-La Roche finanzierten nüchternen Museumsbau aus Backstein, Beton und Glas für die filigrane Schrottkunst von Tinguely. Die motorisierten Installationen und Maschinenskulpturen des Künstlers bestehen grösstenteils aus recycelten Alteisen- und Plastikteilen. Unter den Baseler Exponaten ragen die Riesenskulptur Fata Morgana und der Werkzyklus Mengele-Totentanz heraus. Moderne Kunst vom Feinsten ist auch im Vorort Riehen zu sehen (am besten mit der Tram 6 zu erreichen). Dort stellen die Galeristen Ernst und Hildy Beyeler in der 1997 eröffneten Fondation Beyeler (11) (tgl. 10-18, Mi bis 20 Uhr) ihre 175 Werke umfassende Sammlung der Klassischen Moderne sowie einige Objekte afrikanischer und ozeanischer Kunst aus. Glanzstücke sind Arbeiten von Vincent van Gogh, Paul Cézanne, Wassily Kandinsky, Skulpturen von Alberto Giacometti, Andy Warhols Portrait von Joseph Beuys sowie Werke von Roy Lichtenstein und Anselm Kiefer. www.wissen.de
Basel: Geschichte Ehemaliger römischer Lagerposten Basilea in der Nähe der damals weit bedeutenderen Siedlung Augusta Raurica (heute Basel-Augst); in der Völkerwanderungszeit von Alemannen besiedelt; kam Ende des 5. Jahrhunderts zum Fränkischen Reich, um 912 an Burgund und mit diesem 1006 zum Deutschen Reich; 1019 wurde das Münster von Kaiser Heinrich II. geweiht; um 1225 erste Brücke über den Rhein. Zuerst unter bischöflicher Herrschaft, schloss sich Basel 1501 der Eidgenossenschaft an. Kulturelle Blüte im 15./16. Jahrhundert, 1431-1449 Kirchenkonzil in Basel (Basler Konzil); im 16. Jahrhundert wichtiger Sitz des Humanismus (Erasmus von Rotterdam), der Künste (Holbein) und des Buchdrucks. 1833 Trennung in Basel-Stadt und Basel-Landschaft (Halbkantone). Basel: Vom Münsterhügel zum Petersberg Wer auf der Autobahn durch den Grossraum Basel fährt, ist zunächst mit ausgedehnten Industrieanlagen konfrontiert. Doch dieser erste Eindruck ist angesichts der hübschen Altstadt von Gross-Basel schnell vergessen. Hoch über dem Fluss thront im mittelalterlichen Zentrum am linken Rheinufer das Wahrzeichen der Stadt, das Basler Münster (1) (Ostersamstag-Mitte Okt. Mo-Fr 10-17, Sa 10-16, So 13-17 Uhr, sonst eingeschränkte Öffnungszeiten) mit seinen beiden filigran gegliederten Türmen (Tickets für die Aussichtsplattform gibt es am Kiosk im südlichen Seitenschiff) und dem farbig gedeckten Dach. Seine Baugeschichte geht bis ins 9. Jh. zurück, doch wurde die Kirche später mehrfach umgebaut und erweitert. Die romanische Bauphase ist noch an der Galluspforte des nördlichen Querhauses erkennbar. Das um 1180 entstandene Figurenportal wird von Statuen der vier Evangelisten flankiert und zeigt im Tympanon das Jüngste Gericht. Die rote Sandsteinfassade mit den beiden schlank aufragenden Türmen, dem 65 m hohen Georgs- und dem knapp 63 m hohen Martinsturm, sowie das fünfschiffige Innere des Münsters sind von der Frühgotik geprägt. Zu beiden Seiten des Mittelschiffs strukturieren je zwei Säulenreihen den 65 x 32,5 m grossen Kirchenraum. Dahinter liegen zu beiden Seiten miteinander verbundene Kapellen. Am Fuss der Säule vor der Schalerkapelle neben dem nördlichen Seitenschiff ist die Grabtafel des 1536 in Basel verstorbenen Erasmus von Rotterdam angebracht. Gegenüber an der Südseite des Hauptschiffs befindet sich die reich geschnitzte gotische Kanzel von 1486. Ein Umgang führt um den erhöhten Chor, zu dessen beiden Seiten Treppen in die Krypta hinab führen. Hier sind romanische Friese an den Pfeilern sowie um 1400 entstandene Deckenmalereien mit Szenen aus dem Leben Jesu zu sehen. Auf dem Marktplatz nordwestlich des Münsterhügels wird während der Woche jeden Vormittag Markt gehalten. An der zum Rhein gewandten Seite des Platzes zieht das Rathaus (2) mit seiner roten Fassade die Blicke auf sich. Die spätgotischen Arkaden (1504-21) im Mittelbau sind der älteste Teil des später mehrfach erweiterten Repräsentationsbaus. Ein Prunkstück ist die von Meister Wilhelm 1511-12 geschaffene Rathausuhr. Sie wird von einem Figurenensemble gekrönt, das Justitia, die personifizierte Gerechtigkeit, zwischen Kaiser Heinrich II. (973-1024) und seiner Gemahlin Kunigunde darstellt. An den Marktplatz schliesst sich nordwestlich der Fischmarkt (3) an. Den von Jugendstilhäusern und der modernen Anlage des Spiegelhofs eingefasste Platz ziert der gotische Fischmarktbrunnen. Engel- und Heiligenfiguren schmücken den aus einem zwölfeckigen Becken ragenden Brunnenstock. Schmale Treppenwege und Gassen führen im Westen bergauf zum Petersplatz (4), an dem die Mitte des 20. Jh. neu erbauten Kollegiengebäude der Universität liegen. Der kleine Botanische Garten daneben lädt mit idyllischen Seerosenteichen zu einer Rast ein. Unweit davon, am Rand der Altstadt, steht das Spalentor (5), eines von drei erhaltenen Stadttoren aus dem 14. Jh. Mit seinen beiden zinnengekrönten Rundtürmen und dem mit bunten Ziegeln gedeckten Spitzdach ist es eines der prächtigsten historischen Torbauten der Schweiz.
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